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Fachtagung

72 Stunden ohne Strom – Wie krisenfest ist die Wohnungswirtschaft?

Termine/Orte

SVA017793
Bochum
available buchbar
Teilnehmerpreis 600,00 € Fördermöglichkeiten

Zielsetzung

Was passiert, wenn der Strom weg ist, und was muss ein Wohnungsunternehmen dann können?

Krisenvorsorge. Notfallmanagement. Handlungsfähigkeit.

Sie machen Ihr Wohnungsunternehmen für die ersten 72 Stunden eines großflächigen Stromausfalls handlungsfähig.

Im Januar 2026 waren in Berlin nach einem Brandanschlag 45.400 Haushalte bei Frost rund 100 Stunden ohne Strom (Senatsverwaltung Berlin; Schwäbische Zeitung, 2026). Wer entscheidet in Ihrem Unternehmen, wenn Mobilfunk ausfällt, Aufzüge stehen und Heizungen kalt bleiben? Zugleich erhöhen Wärmepumpe und digitale Gebäudetechnik die Abhängigkeit vom Netz.

Die Fachtagung verbindet Lagebild, Kaskadeneffekte, Zuständigkeiten und Praxiserfahrung und überträgt sie im Planspiel auf Ihr Unternehmen. Sie gehen mit einem eigenen 72-Stunden-Fahrplan nach Hause und wissen, was vorbereitet sein muss, bevor der Strom ausfällt.

weitere Informationen

Inhalte

  • Lagebild: Welche Krisen Wohnungsunternehmen realistisch einplanen müssen, von Sabotage an der Energieinfrastruktur über Extremwetter bis zum Cyberangriff, und warum der Blackout das Referenzszenario für das Notfallmanagement ist.
  • Kaskadeneffekte im Wohngebäude: Wie ein Stromausfall Aufzüge, Trinkwasserdruck, Hebeanlagen, Heizung und Zutrittssysteme lahmlegt, welche Mietergruppen besonders gefährdet sind und warum voll elektrifizierte Gebäude stärker vom Netz abhängen.
  • Zuständigkeiten im Krisenfall: Was Kommune, Land und Bund im Katastrophen- und Zivilschutz leisten und an welcher Stelle die Verantwortung des Wohnungsunternehmens beginnt.
  • Erfahrungen aus der Praxis: Was in einem Wohnungsunternehmen im Krisenmodus funktioniert hat, was nicht und was es seitdem anders organisiert.
  • Fachforen nach Wahl: Wiederversorgung und Kommunikation mit dem Netzbetreiber, Notstromversorgung von Wohngebäuden einschließlich Photovoltaik mit Speicher, Versicherung, Haftung und Mietminderung im Schadensfall.
  • Planspiel „72 Stunden“: In gemischten Rollen vom Szenario zum eigenen Notfallplan, mit Krisenstab, Prioritäten und Kommunikationswegen für Belegschaft und Mieterschaft.

Ihre Vorteile

  • Sie können die für Ihren Bestand relevanten Krisenszenarien einordnen und erkennen, welche Gebäude und Mietergruppen im Ernstfall zuerst Unterstützung brauchen.
  • Sie wissen, welche Aufgaben Behörden, Feuerwehr und Netzbetreiber übernehmen und welche bei Ihrem Unternehmen bleiben, und können die Schnittstellen vor dem Ernstfall klären.
  • Sie können die Notstromfähigkeit Ihrer Gebäude realistisch bewerten und Prioritäten für technische Nachrüstungen begründen.
  • Sie haben in einem Planspiel einen 72-Stunden-Fahrplan erarbeitet, den Sie im eigenen Haus als Grundlage für Ihr Notfallmanagement weiterentwickeln.


Nach der Fachtagung „72 Stunden ohne Strom“ können die Teilnehmenden:

  • Gefährdungen und Kaskadeneffekte für den eigenen Wohnungsbestand einschätzen,
  • Zuständigkeiten zwischen Behörden, Versorgern und Wohnungsunternehmen klar abgrenzen,
  • Krisenstab, Rollen und Erreichbarkeit im eigenen Unternehmen festlegen,
  • die Kommunikation mit Mieterinnen und Mietern für den Fall planen, dass Telefon und Mobilfunk ausfallen,
  • Haftungs-, Versicherungs- und Mietminderungsfragen im Schadensfall einordnen,
  • den Notfallplan als festen Bestandteil des Risikomanagements im Immobilienbetrieb verankern.


Ihre Investition:
Die Teilnahme kostet 600 €. Dem stehen die Folgekosten eines einzigen unvorbereiteten Krisentags gegenüber: Frost- und Wasserschäden, Mietminderungsforderungen, Mehrarbeit ohne klare Prioritäten und ein Imageschaden, der sich über soziale Medien schneller verbreitet als die Wiederversorgung. Ihr Unternehmen erhält an einem Tag ein Lagebild aus erster Hand, den direkten Austausch mit Fachleuten aus Energieversorgung, Gebäudetechnik und Versicherungswirtschaft sowie einen erarbeiteten Fahrplan, der den Einstieg in ein eigenes Notfallkonzept deutlich verkürzt. Am wirksamsten ist die gemeinsame Teilnahme von Geschäftsführung und Technik- oder Bestandsleitung, weil Entscheidung und Umsetzung dann am selben Tisch vorbereitet werden.

Zielgruppe

Die Fachtagung richtet sich an Vorstände und Geschäftsführungen von Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften sowie an die Leitungen von Technik und Bestandsmanagement. Sie tragen die Verantwortung für Krisenmanagement, Risikomanagement im Immobilienbetrieb und die Versorgungssicherheit der Gebäude und müssen im Ernstfall entscheiden, was zuerst geschieht. Die Tagung bringt die strategische Steuerung und die technische Umsetzung im Bestand zusammen.

Besonders angesprochen sind:

  • Vorstände und Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, die die Gesamtverantwortung für Krisenvorsorge und Notfallmanagement tragen,
  • Leiterinnen und Leiter Technik, die Gebäudetechnik, Aufzüge, Heizungsanlagen und Notstromversorgung verantworten,
  • Leiterinnen und Leiter Bestandsmanagement, die im Ernstfall Mieterbetreuung, Kommunikation und Dienstleister steuern.


Welche Vorkenntnisse sind notwendig?

Spezielle Vorkenntnisse im Katastrophenschutz sind nicht erforderlich. Hilfreich ist ein guter Überblick über die eigene Organisation und den eigenen Bestand.

Was sollte mitgebracht werden?

  • ein Überblick über kritische Gebäude im Bestand, etwa Hochhäuser, Gebäude mit Aufzügen oder Druckerhöhungsanlagen,
  • vorhandene Notfallpläne, Alarmierungs- oder Kontaktlisten, sofern vorhanden,
  • die Bereitschaft, im Planspiel aktiv mitzuarbeiten und eigene Fragestellungen einzubringen.


Für wen ist die Veranstaltung weniger geeignet?

Für Personen, die eine reine Vortragsveranstaltung erwarten, denn der Nachmittag lebt von der aktiven Mitarbeit. Wer eine detaillierte technische Auslegung von Netzersatzanlagen sucht, findet hier Orientierung und Entscheidungsgrundlagen, aber keine Planungsschulung.

Sonstiges

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FAQ

Sind Wohnungsunternehmen zur Krisenvorsorge verpflichtet?

Einzelne Pflichten bestehen bereits heute. So verlangt die Betriebssicherheitsverordnung für Aufzugsanlagen ein Zweiwege-Kommunikationssystem und einen Notfallplan, und das Notrufsystem muss auch bei Stromausfall wirksam sein (BetrSichV, Anhang 1 Nr. 4.1; TRBS 3121). Darüber hinaus zeigt die Tagung, welche Anforderungen sich aus Verkehrssicherung, Mietrecht und Versicherungsverträgen ergeben und wo freiwillige Vorsorge wirtschaftlich sinnvoll ist.

Wir haben bereits ein Risikomanagement. Was bringt die Tagung zusätzlich?

Das Risikomanagement im Immobilienbetrieb bewertet Risiken meist auf dem Papier. Die Tagung prüft, ob Ihre Organisation im Ernstfall handlungsfähig ist: Wer entscheidet, wer ist erreichbar, welche Gebäude haben Vorrang. Das Planspiel macht Lücken sichtbar, bevor sie im Ernstfall auffallen.

Ist die Tagung auch für kleinere Wohnungsunternehmen und Genossenschaften geeignet?

Ja. Gerade kleinere Unternehmen haben im Ernstfall wenig personelle Reserve und profitieren von klaren Prioritäten. Der Fahrplan aus dem Planspiel lässt sich auf die Größe des eigenen Bestands zuschneiden.

Geht es nur um Blackouts oder auch um Klimarisiken?

Der Blackout dient als Referenzszenario, weil Hochwasser, Starkregen, Hitze oder Cyberangriffe häufig über den Ausfall der Stromversorgung wirken. Ein Notfallplan für 72 Stunden ohne Strom deckt deshalb einen großen Teil der Krisenvorsorge ab und ergänzt das Klimarisikomanagement im Bestand.

Lohnt es sich, mit mehreren Personen teilzunehmen?

Ja. Wenn Geschäftsführung, Technik und Bestandsmanagement gemeinsam teilnehmen, entsteht im Planspiel ein Fahrplan, den alle Verantwortlichen mittragen. Die Umsetzung im eigenen Haus beginnt dann ohne zusätzliche Abstimmungsschleife.

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